Ich fühle intensiv. Das ganze Leben ist so so so intensiv.
Allein dieser Moment jetzt. Ich höre ein Lied und ich fühle es so sehr. Es ist, seitdem ich es das erste Mal hörte, eins meiner absoluten Lieblingslieder.
Wann immer ich intensiv fühle, weine ich. Ich weine, wenn ich besonders glücklich bin. Ich weine, wenn ich gerührt bin. Ich weine, wenn ich mitfühle. Ich weine, wenn ich andere weinen sehe. Ich weine, wenn ich wütend bin. Ich weine, wenn ich traurig bin. Ich weine, wenn ich überfordert bin.
Ich weine häufig, wenn ich es etwas lese, höre oder sehe, was mich fühlen lässt.
Ich schrieb kürzlich „Ich weine gerne.“ Das ist tatsächlich so, weil ich erkannt habe, dass ich einfach so bin. Weinen ist mein Barometer! Wenn ich nicht weine, dann unterdrücke ich meine Gefühle, dann wird sich etwas in mir anstauen und das wird mir irgendwann um die Ohren fliegen.
Für mich ist es schlichtweg falsch und emotional ungesund nicht zu fühlen und nicht zu weinen.
Es gab schon immer Menschen, denen mein Weinen zu viel ist. Die damit weniger gut umgehen konnten und ich muss jetzt mal loswerden: DAS ist nicht mein Problem. Ich werde nie wieder aufhören zu weinen, weil andere damit nicht umgehen können.
Ich habe nicht das Bedürfnis mein Weinen öffentlicher zu machen, als ich es eh schon mache. Ich könnte jetzt ein Foto für die sozialen Medien machen, wie ich tränenüberströmt am Laptop sitze, meine Playlist „ola emocional“ (emotionale Welle) höre und schreibe, doch das fühlt sich nicht stimmig an. Ich möchte darüber schreiben.
Der Anlass: Ich bin am Ende meiner durch gesuchteten Serie angekommen. Ich weine, weil die 20. Staffel noch nicht veröffentlicht wurde. Ich weine vor Erleichterung, weil ich endlich am Ende der Serie angekommen bin. Ich weine, weil die Serie mich hat in fast jeder seiner unzähligen Folgen hat weinen lassen. Es war so Intensiv!
Es ist wunderschön so intensiv zu fühlen. Es ist manchmal, wie ein Schwebezustand der Glückseligkeit. Es ist manchmal, wie ein Tanz über einer bunten Blumenwiese mit einem Einhorn an meiner Seite und Kinderlachen, dass die ganze Welt zum Strahlen bringt
Es ist manchmal sehr schmerzhaft. Es zieht sich alles in mir zusammen. Das Blut in den Adern fließt langsamer. Die Brust wird eng. Die Wolken dunkel. Hoffnungslos und still.
Was hilft ist zu fühlen. Musik. Kinderlachen. Schreiben. Bewegung. Eine Umarmung. Weinen. Selbstliebe, denn ich bin nun mal so!
Ich finde es gar nicht immer toll. Das wäre unehrlich zu behaupten, dass es sich großartig anfühlt, wenn die Welle über mir zusammenbricht… Das ist alles andere, als großartig.
Doch großartig ist, dass ich mittlerweile sehr genau weiß, dass es vorüber geht. Ich weiß, dass es nur ein Moment oder eine Phase ist. Ich weiß, dass dagegen ankämpfen diese Zeit verschlimmert und in die Länge zieht. ich weiß, dass es zu mir gehört und ich damit zurecht komme.
Ich weine, weil es meine Verbundenheit zu meinen Gefühlen anzeigt. Es ist mein Barometer und unfassbar wichtig für meine Gesundheit, doch was mein Weinen mit dir macht, das ist deine Sache. Wir können uns gern darüber austauschen, doch lass es bei dir und schieb es nicht zu mir rüber. Danke 🙂

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