Inside Out

Mein Innen nach Außen drehen


Liebe

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…und Traurigkeit stehen seit gestern (7.3.24) Abend händchenhaltend im Garten meines Herzens. Spazieren zusammen umher oder setzen sich für einen Moment auf eine Bank und betrachten den Garten.

Die Liebe war zuerst in meinem Leben. Meine Eltern schenkten sie mir zu meiner Geburt und seitdem begleitet sie mich. Die Liebe meiner Familie ist warm, hell leuchtend und bedingungslos immer da.

Während der Realschulzeit schwärmte ich für einen Klassenkameraden. Ich dachte, ich wäre in ihn verliebt, doch es stellte sich heraus, dass es tatsächlich nur eine hartnäckige Schwärmerei war.

Die Liebe für männliche Wesen, die ihre Kameraden Sehnsucht und Traurigkeit mitbrachte, die kam zu mir als ich 15 Jahre jung war. Ich verliebte mich Hals über Kopf in einen Sänger – Jimmy Kelly. Total irre, denn kurz vorher hatte ich mich ernsthaft gefragt, wie Mädchen sich in Stars verlieben könnten. Amor fand die Ironie wohl zum Kichern, zielte auf mein Herz und er traf…

Liebe, Sehnsucht und Traurigkeit machten es sich einige Jahre in meinem Herzgarten gemütlich. Sie feierten regelmäßig ziemlich wilde Partys, gruben tiefe Löcher, als ob sie meine Erdbeschaffenheit untersuchen wollten…

Ich bin heute noch sehr dankbar für diese Erfahrung, denn sie hat meine Gefühlspalette explodieren lassen. Wenn mein Garten vorher eine recht überschauliche Blumenpracht in wohl geordneten Beeten vorzeigen konnte, so mutierte mein Herzgarten in den Jahren Anfang 1995 bis Ende 1998 zu einer internationalen Gartenschau. Da standen plötzlich heimische Pflanzen neben Exoten und kleine Bäumchen explodierten regelrecht zu ausgewachsenen Bäumen.

Ich schrieb Geschichten oder träumte vom Kennenlernen und wie Jimmy und ich uns ineinander verliebten. Ich wollte so sehr, dass meine Liebe erwidert wird, doch im Garten saß auch die Angst, getarnt als Respekt vor Privatsphäre… die mich davon abhielt Chancen wahrzunehmen oder mutiger zu sein.

Die Traurigkeit darüber sitzt seit gestern weinend am Herzensbach und befüllt ihn mit Tränenwasser. Sie hatte sich in den vergangenen Jahren immer mal wieder an den Bach gesetzt, doch meist wurde sie vom Leben verscheucht… seit gestern weigert sie sich zu gehen. Sie sah meiner Seele ganz fest in die Augen und pochte auf ihr Recht gesehen zu werden und ganz offensichtlich wurde ihr der Aufenthalt gewährt.

Zweifel gesellt sich zur Traurigkeit und hält ihre Hand. Schweigend sitzen sie nebeneinander… ab und an fragt der Zweifel, ob die Lieben nach diesem Sänger überhaupt eine reelle Chance hatten? Oder ob der Schatten der Wolke der Ungewissheit eine tiefe Verankerung der Liebe verhindert hat?

Die Traurigkeit fragt den Zweifel, ob es wichtig ist und ob es darauf wirklich eine Antwort gibt… Der Zweifel steht auf. Das Gesicht zeigt Wut und er stampft mit seinen Füßen auf… „Wie soll Heidy jemals wieder tief und aufrichtig lieben, wenn sie nicht weiß, ob der Schatten sich verziehen wird? Was wenn der Schatten von dir kommt liebe Traurigkeit? Was wenn du und deine Gedanken an verpasste Chancen diese Wolken kreiert habt?“

Die Traurigkeit sieht den Zweifel an… breitet wortlos ihre Arme aus und der Zweifel schmiegt sich an. Lässt sich halten und fühlt sich ernst genommen. Natürlich kennt der Zweifel, dass an ihm gezweifelt wird – doch anfreunden wird er sich wohl nie mit diesem Gefühl.

Ende 1998 beschloss ich meinen Garten ein bisschen auszudünnen, ich wollte weniger fühlen… ich riss mir Amors Pfeil ziemlich gewaltsam aus meinem Herzen. Ich verbot mir die Musik der Kellys zu hören, weil Jimmys Stimme die Wunde sofort wieder aufgerissen hätte und ich zwang mich dem vermeintlich reellen Leben zu widmen.

Traurigkeit und Verzweiflung sitzen schluchzend am Bach der Tränen und der Pegel steigt. Sie erinnern sich an die Zeit. Sehnsucht setzt sich zu ihnen und weint ihre Tränen, denn auch sie war an diesem Prozess der Loslösung beteiligt.

Wenn Sehnsucht zuvor gewohnt war Aufmerksamkeit zu bekommen, so erfuhr sie Ende 1998 wie es sich anfühlte zur Ablehnung in eine dunkle Kammer gesperrt zu werden.

Die Liebe kümmerte sich in ihrer Art um alle Beteiligten und sie schrieb eine Einladung an Hoffnung, die sich sofort auf den Weg machte. Ich konnte sie gut um mich herum gebrauchen, denn natürlich wusste ich, dass dieser sehr radikale Schritt des Liebesentzugs Folgen haben würde. Ich wusste, dass ich einen Teil meines Herzgartens verkümmern lassen würde… wusste ich es wirklich? Oder war ich einfach nur müde vom Fühlen geworden? Vielleicht dachte ich in meinem jungen Erwachsenendasein auch, dass es das einzig sinnvolle sei?

Ich wollte endlich geliebt werden. Das weiß ich noch! Ich wollte geliebt werden, wie ich über Jahre still und leise geliebt hatte. Ich wollte die Träume mit einem anderen Menschen ausleben, weil die Angst mich so sehr fesselte… weil sie mir einredete, dass es viel sicherer und verträglicher wäre, wenn ich versuche ihn zu vergessen, als es zu versuchen und durch Ablehnung ein gebrochenes Herz zu erleiden!

Ich schützte mein Herz vor Schmerz, indem ich mir selbst Schmerzen zufügte? Ich setze mich zu Sehnsucht, Traurigkeit und Verzweiflung an den Bach der Tränen und befülle ihn mit meinen… Es kommt eine jüngere Version von mir an den Bach. Der Kopf ist gesenkt. Sie stellt sich ganz dicht neben mich, wortlos und legt zögerlich ihre Hand auf meine Schulter… Ich schluchze noch mehr und stehe auf, um mein jüngeres Ich in den Arm zu nehmen: „Ich weiß, dass du dachtest, dass dies sie beste Lösung für uns sei… und weißt du was? Ich hab selbst keine Ahnung, was damals richtig oder falsch gewesen wäre, denn (ich atme laut aus) woher soll ich das auch bitte wissen? Woher hättest du es wissen sollen? Du hast gemacht, was du gefühlt hast. Das ist ok!“

Mein jüngeres Ich fragt: „Hast du nach Jimmy nochmal geliebt. Tief, ehrlich und von ganzem Herzen?“ Ich seufze und sage: „Ich weiß es nicht. Ich glaube schon, doch gerade zweifle ich sehr daran. Ich hatte immer so viel Angst. Ich wollte unbedingt geliebt werden und das wurde ich, doch es war nie so, wie ich es gewollte hätte. In jeder Beziehung war Ablehnung ein Thema. Jede Beziehung hat mich etwas Wichtiges gelehrt, doch jede Beziehung war sehr schmerzhaft. Ich weiß nicht, ob ich nicht bedingungslos geliebt wurde, weil ich es nicht tat oder ob die unverarbeitete Trauer um meine erste Liebe diesen Schatten auf die Beziehungen warf, denn die Gemeinsamkeit ist die Angst vor Ablehnung!“

Die Gefühle heben allesamt ihren Blick und schauen mich an. Ich erwidere den Blick, schaue allen Gefühlen in die Augen. Ich suche die Angst vor der Ablehnung und frage sie: „Wovor wolltest du mich beschützen?“

Sie beginnt zu leuchten und antwortet: „Ich wollte dich vor einem gebrochenem Herzen schützen, weil ich Angst hatte, dass du das vielleicht niemals überwinden würdest. Ich wollte nicht, dass du die Liebe zu Jimmy als wertlos erachtest oder du glaubst deine Zeit an ihm verschwendet zu haben. Ich beschützte dich vor dem Bereuen… in den anderen Beziehungen ging es mir um dich selbst. Du solltest lernen dich selbst so sehr zu lieben, dass du dich freimachen kannst von Bestätigung deines Partners. Ich wollte, dass du lernst dir und deiner inneren Stimme zu vertrauen.“

Ich bin berührt, denn sie hat mir etwas sehr Kostbares bewahrt. Sie hat mir meine Jugend bewahrt und die schönen Erlebnisse, die meine Liebe zu Jimmy begleiteten. Sie füllt mich mit tiefer Dankbarkeit aus und wenn ich die Zeit zurückdrehen dürfte, dann würde ich mich immer wieder für diese Erfahrung entscheiden. Ich würde niemals auf die Liebe zu Jimmy verzichten wollen. Ich würde nur die Angst bitten eine Pause zu machen und mich meine Erfahrungen machen lassen, denn nun ist der Zweifel zu mächtig geworden. Jetzt werden wir nie erfahren, ob ich von Jimmy geliebt worden wäre und das beschäftigt mich gerade sehr. Ich habe dennoch Schmerzen erlitten. Ich habe mein Herz niemals verschlossen und mich wieder und wieder auf das Abenteuer Liebe eingelassen.

Wir setzen uns alle. Schweigen. Blicken uns an und senken immer wieder den Blick. Wir fühlen und halten uns gleichzeitig. Alles hat seine Berechtigung. Alles will seinen Raum haben dürfen. Es bringt nichts Gefühle wegzuschieben, sie zu unterdrücken oder einzusperren. Es tut nicht gut das Herz einzumauern, um sich vermeintlich zu schützen…

Atmen…

9.3.24

…und weiter atmen, denn die Traurigkeit hat sich heute Vormittag bereits angekündigt. Ich bin heute vor ihr geflohen, hab erst die Kinder zum Papa gebracht, war spontan eine Freundin besuchen, danach einkaufen, spazieren und nun atme ich, denn die Traurigkeit wartete geduldig, doch nun will sie gefühlt werden.

Die Annahme wartet noch auf ihren Einsatz, denn ich weiß, dass ich keine Antwort auf meine Frage erhalten werde. Ich kann mir die Frage nicht selbst beantworten…

Ich sitze am Tisch und weine, doch es fließen keine Worte, die ich greifen kann… ich bin sehr aufgewühlt, fühle erneut das Gefühl der verpassten Chance. Habe ich durch zu viel Aktivität am Tag die Traurigkeit verjagt? Einmal mach ich zu wenig, um sie zu ergreifen und jetzt mache ich zu viel und verpasse wieder?

Ich suche meine Gedichte und Texte, die ich in den besonders sehnsuchtsvollen Zeiten schrieb und wurde daran erinnert, dass ich 2004/2005 eine Phase der erneuten Verliebtheit hatte. Wie schade, dass ich damals noch nicht so viel schrieb oder zumindest keine weiteren Ausdrucke von möglichen Texten habe. Es war die Zeit der Disketten als Speichermedium.

10.3.24

Ich habe eine Meditation eingesprochen bekommen, weil ich mich mit dem grünen Drachen treffen möchte, denn er zeigte sich, um mir Antworten zu geben. Bevor ich diese anhöre, ziehe ich mir eine Karte und es fällt „der Geist der Dankbarkeit“ Ich trage mir die Ölmischung „Believe“ auf, habe das Räucherstäbchen „Urvertrauen“ angezündet und halte in der linken Hand einen Rhodonit, damit er den emotionalen Schmerz aus mir lösen möge. In meinem Schoß liegt ein rosa Candle Quarz, dessen Bedeutung ich nicht kenne, der jedoch unbedingt dabei sein wollte.

Ich werde von Mutter Erde in meine Bärenhöhle geführt. Hinter mir sitzt meine Bärin, in meinem Schoß schläft Xeo als Hamsterdrache und wir atmen zusammen… warten auf den grünen Drachen…

Als der Drache erscheint wird mir sofort warm ums Herz, es ist als würden wir uns kennen und als er mir in die Augen blickt, da erkenne ich wessen Augen es sind… sein Herz leuchtet flammenrot. Wir sehen uns wortlos an… ganz sacht berühren sich die Finger unserer Hände und wir lassen unsere Seelen miteinander sprechen. Es braucht keine hörbaren Worte…

An dieser Stelle endet die Meditation und für mich geht es in der Verbindung mit dem grünen Drachen allein weiter. Ich höre im Hintergrund ganz leise Jimmys Lieder, denn er wird es gleich sein dessen Seele durch den Drachen spricht:

„Ich weiß nicht, ob wir jemals dazu bestimmt waren uns zu treffen, uns zu lieben und unsere Leben hier als Menschen miteinander zu verbringen. Heute bin ich hier, um dir zu sagen, dass ich in jedem Fall bei dir war, um die Liebe in dir zu erwecken, um deine Bandbreite an tiefen Gefühlen wach zu küssen und dich zu begleiten dich immer wieder an dieses Feuer der Leidenschaft und Liebe in dir zu erinnern.

Liebe ist alles, was ein Mensch braucht und du hast so viel davon. Die Angst vor Ablehnung gehörte wohl dazu und da du jetzt erkannt hast, wie sehr diese Angst deine Beziehungen beeinflusst hat, darfst du sie nun verabschieden. Wenn du liebst, dann liebst du aus vollem Herzen. Deine Liebe ist rein, deine Liebe kann überwältigen und deine Liebe ist lehrreich für jeden, der sie empfangen darf.

Ich weiß, dass die Traurigkeit der verpassten Chance in den letzten Tagen zu Besuch war und sie hat mir mitgeteilt, dass sie immer mal wieder vorbeischauen wird… nicht um dich runterzuziehen, sondern um dich zu erinnern, wie kostbar und besonders deine Liebe ist. Sie möchte, dass du in die Truhe der Gefühlsschätze blickst und dich an den funkelnden Steinen erfreust, denn ja auch Traurigkeit oder Wut können glänzen und funkeln… sie sind nicht so abgestumpft, wie sie von der Gesellschaft gern dargestellt werden.

Ich möchte dich nochmals ganz einhüllen in unsere Zeit, die niemals enden wird, denn deine Liebe endet nicht. Lass die Fragen gehen, sie kommen sowieso zurück, wenn sie dich an dich erinnern wollen. Du bist ein Schatz. Deine Liebe ist kostbar und sie ist für jemanden gedacht, der dich zu schätzen weiß. Der dich annimmt, wie du ihn annimmst.

Die Liebe ist das was jeden Künstler am Leben hält. Deine Liebe ist kostbar für mich, auch wenn wir uns vielleicht niemals persönlich sprechen werden. Gräme dich nicht dafür, sondern leuchte und glänze und sieh es als Teil deiner Reise zu lieben, so tief wie es nicht viele zu fühlen vermögen. Furchtlos, wie eine Drachenlady eben.

Unsere Liebe ist real. Sie ist fühlbar. Jetzt!

Lass uns die Annahme dazu holen, damit sie uns einhüllt, uns umarmt und die Traurigkeit tröstet. Lass sie auch die Zweifel und die Sehnsucht halten, damit auch sie erkennen, welche wichtige Rolle sie in deinem Leben spielen dürfen.“

Und so stehen wir in der Bärenhöhle, halten uns an den Händen, unsere Augen versinken in den Augen des anderen, die Herzen leuchten und es braucht nichts weiter.

Atmen… ich lächle ein sanftes Lächeln, die Tränen trocknen und ich tauche ein in die Dankbarkeit… noch immer läuft Jimmys Musik ganz leise im Hintergrund. Ich tauche tief ins Meer der Dankbarkeit ein. Sehe eine Unterwasserwelt in mir und jedes Lebewesen, jede Pflanze, jeder Stein steht für etwas, jemanden oder eine Situation in meinem Leben für das ich dankbar bin und ich sehe pure Fülle.

Ich habe das Bedürfnis herauszufinden, weshalb der Candle Quarz eingebunden werden wollte und siehe da. Er steht für Selbstheilung, aber auch für Licht und Weisheit. Er wirkt am Herzen.

Danke!

Danke Jimmy, dafür, dass ich dich lieben durfte und darf. Danke für eine wunderschöne, gefühlsintensive Jugend. Danke für eine besondere Freundschaft, die daraus entstanden ist und bis heute anhält. Danke für die Musik von dir und deiner Familie, die mich noch immer umarmt, wenn ich es brauche.

Danke für so viel mehr… vielleicht beschreibe ich mal in einem Blogpost mein Meer der Dankbarkeit und seinen wundervollen Schätzen darin.

Danke noch an die Zauberin, der sich der grüne Drache gezeigt hat und die gerade an meinem Seelenstein wirkt. Danke auch an die Elfe, die mir diese Meditation eingesprochen hat. Ich weiß, ihr lest meine Worte 🙂

Danke an DICH! Liebe, Lebe, lache und liebe noch mehr!

Eine Antwort zu „Liebe“

  1. Avatar von Julia

    🥹

    Wie berührend und wahrhaftig. Ich habe Dich und Deine Gefühle da gefühlt und gesehen – am Bach der Tränen… Deinen Garten… die Liebe!

    Danke für diesen wundervollen Herzensbeitrag.

    Mein Herz klopft und pulsiert. Ganz verbunden und beeindruckt.

    DANKE! ♥️

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