Inside Out

Mein Innen nach Außen drehen


Musik ist Magie

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Musik: „The Sound of Silence“ von: Disturbed

Ich liebe dieses Lied und heute habe ich es in einer neuen Variante gehört, die mich sehr berührte und ich hörte dieses Lied in Dauerschleife, während ich schreibe.

Musik ist Magie. Für mich, denn Musik hat nicht nur die Fähigkeit mich in eine Gefühlslage hinein- oder auch hinaus zu begleiten. Musik ist (bei mir) sehr an Erinnerungen verknüpft, so dass ein Lied mich quasi auf Knopfdruck in eine Situation katapultieren kann. Musik kann mich sehr tief berühren und zu Tränen rühren, sie kann mich als Hintergrundgeräusch begleiten, sie kann mir helfen weniger zu denken (beim Einschlafen) oder auch wie eine Blase fungieren und mich von der Außenwelt abschirmen (wie beim Schreiben), dann bin ich ganz bei mir und meine Gedanken werden nicht durch Geräusche um mich herum gestört.

Und dann gibt es die Lieder, die durch ihren Text sehr besonders sind. Dieses Lied ist so eins. Ich weiß, dass meine Eltern damals eine Platte von Simon & Garfunkel hatten und mich dieses Lied schon als Jugendliche faszinierte. Ich hab sogar mal versucht es auf Gitarre zu lernen.

Besonders die Passage „People talking without speaking. People hearing without listening. People writing songs that voices never shared.“ („Leute, die redeten, ohne zu sprechen. Leute, die hörten, ohne zuzuhören. Leute, die Lieder schrieben, die nie von Stimmen gesungen wurden.“) hat mich damals, wie auch heute sehr gefesselt. Krass eigentlich, dass diese Zeilen in den 60er Jahren geschrieben wurden und nicht an Aktualität verloren, obwohl es 62 Jahre her ist.

Ganz nebenbei ein Gedanke, der mir oft kommt, wenn ich Zitate lese. Wie kann es sein, dass sich bestimmte Lebensbereiche so schnell verändern und andere kaum merklich?

Stille ist ein Thema, das viele Menschen stark verunsichert. Stille beim Alleinsein, Stille in Gesprächen, Stille in der Familie oder der Gesellschaft. 2022 habe ich mich sehr intensiv mit dem Thema Stille beschäftigt, ich hatte damals sogar einen stillen Adventskalender, an dem ich täglich passend zum Datum die Zeit in der Stille live war. Damals war ich quasi im Training, daher waren die ersten 15 Tage kein Problem, wobei 10 Minuten noch gut händelbar waren, 15 Minuten schon ein bisschen außerhalb der Komfortzone, aber alles weitere war anstrengend. Ich begann zu schummeln und habe an einigen Tage nicht mich gezeigt, sondern eine Kerze. Ich war zu feige zuzugeben, dass ich es nicht schaffe.

Heute gehe ich selten in die Stille, obwohl es mir gut täte. Wenn ich es dann mal mache, ganz bewusst, dann spüre ich die Erleichterung. Nicht noch eine Information, die auf mich einprasselt. Nicht aus Langeweile (von der ich immer behaupte sie nicht zu verspüren) noch ein Reel anschauen. Ich komme zur Ruhe in der Stille und gleichzeitig wird es ziemlich laut in mir. Alles an Gefühl und Gedanken, was ich durch Lautstärke, durch Beschäftigtsein, durch Berieselung weg schiebe… die kommen an die Oberfläche…

Ich fühle und denke sehr viel *lach* aus Human Design Sicht wurde ich auch dafür konfiguriert. Mein definierter Kopf (Krone und Verstand/Ajna) sprudelt fleißig vor sich hin, wie ein zu schnell eingestellter Zimmerbrunnen. Permanentes Wasserrauschen inklusive, neben vielen Fragen, Reflexionen, Ideen, Meinungen und Konzepten über alles und nichts, relevantes und spaßiges für mich und die Menschheit. Ich nehme die Vergangenheit auseinander und analysiere, ob ich will oder nicht… wenn ich nicht will, klappt es meist sogar noch besser 😉

Und mein definiertes Emotionalzentrum lässt mich in Hochs und Tiefs fühlen. Dadurch sind die Bücher in meiner Gefühlsbibliothek ziemlich gut beschriftet. Glaub mir, wenn ich sage: „Ich verstehe, wie du dich fühlst.“ Denn die Wahrscheinlichkeit, dass ich Gefühl X in Intensität Y bereits mehrfach gefühlt habe ist extrem hoch. Dafür bin ich hier…

Also ja: Ich verzeihe mir, dass mich oft beriesele, um es in mir leiser zu stellen. Um mich mal nicht mit der Vergangenheit, der Gegenwart oder der Zukunft zu beschäftigen. Nicht mit mir, den Kindern oder dem Kollektiv. Nicht aus gesellschaftlicher oder spiritueller Sicht… NÖ! Einfach nö…

Und trotzdem passiert es sehr, sehr oft, dass ich inmitten der Berieselung, dem Moment zu Fliehen… eine plötzliche Erkenntnis habe oder mich ein Lied, ein Zitat, eine Szene in einem Film/einer Serie so sehr berührt und/oder zum Denken anregt, dass ich im Anschluss gern ein Buch darüber schreiben wollen würde. Momente, die mich in meinem Sein absolut erquicken und zufrieden stellen.

So wie jetzt, wenn ich ein Lied in Dauerschleife höre, so lange dass ich kaum noch die Worte wahrnehme, weil es dem Rauschen meines eingebauten Zimmerbrunnens gleicht… weil die Worte in dem Moment nicht mehr wichtig sind, weil sie bereits etwas in mir ausgelöst haben, weil der Gedankenstrom nicht mehr zu stoppen ist… bis zu dem Moment, an dem ich spüre, dass alles gesagt/geschrieben wurde und mein Kanal 23-43 „leer“ ist.

So, wie jetzt. Jetzt fühlt es sich leer an. Für den Moment. Für dieses Thema. Ich bin zufrieden. Ich werde den Text nicht nochmal lesen, korrigieren oder schauen, was ich verbessern könnte. Er ist gut, wie er ist. Der Text ist ich und ich stecke in dem Text.

Ein Wunsch am Ende: Ich liebe Worte, die echt sind, ehrlich und mit Herz. Rückmeldungen berühren mich besonders, wenn sie nicht nur sagen, was, sondern auch wie etwas gewirkt hat. Ich mag Klarheit, solange sie respektvoll ist, und Tiefe, solange sie sicher gehalten wird. Wenn du mir etwas spiegelst, gern mit Wertschätzung, mit deinem Blick und deinem Gefühl. Danke 🙂

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